NEWS: KOOPERATIVES STUDIUM

Zum Wintersemester 24/25 wird der Studiengang Sozialrecht als Kooperatives Studium angeboten. Erfahren Sie mehr darüber!

Tim Zinow

11 Fragen an Tim Zinow

Steckbrief

| Name: | Tim Zinow
| Alter: | 27
| Unternehmen: | Bundesamt für Soziale Sicherung
| Berufsbezeichnung: | Sozialjurist (LL.B.) Prüfer im Bereich Kranken- und Pflegeversicherung

Du hast Sozialrecht an der Hochschule Fulda studiert. Was macht das Studium aus deiner Sicht als Absolvent aus? 

Das Studium hat mir die Möglichkeit verschafft, ein breites Fachwissen im Bereich Sozialrecht und den daran angrenzenden Rechtsgebieten aufzubauen, wodurch sich für mich die Aussicht auf eine vielfältige berufliche Perspektive eröffnet hat.

In welchem Unternehmen und in welcher Position arbeitest du jetzt?

Ich arbeite für das Bundesamt für Soziale Sicherung als Prüfer in der Abteilung Prüfdienst Kranken- und Pflegeversicherung. Das Stammhaus ist in Bonn. Ich bin in der Außenstelle Fulda tätig.

Welche Tätigkeiten übst du dort aus? 

Ich prüfe und berate zusammen mit meiner Prüfgruppe bundesunmittelbare Kranken- und Pflegekassen, vorwiegend im Bereich Finanzen. 

Darüber hinaus prüfe ich in einem vorgegebenen Turnus, ob die von den Kassen abgegebenen Meldungen zum Risikostrukturausgleich ordnungsgemäß sind.  

Kannst du einen typischen Arbeitsalltag beschreiben? 

Die Arbeitstage sind grundsätzlich sehr unterschiedlich und vielfältig, weshalb eine typische Beschreibung schwerfällt. Die Tätigkeit beinhaltet u.a.:
–  Das Erheben und Analysieren der von der Kasse zur Verfügung gestellten Unterlagen
– die Einsicht in die Kassensysteme
– sowie Gespräche mit den zuständigen Kassenmitarbeitern. 
Am Ende steht immer das Verfassen eines Prüfberichts.

Was gefällt dir am besten an deinem Beruf?

Mir gefällt vor Allem die Abwechslung zwischen der selbstständigen Prüfung von Unterlagen, der kollegialen Zusammenarbeit innerhalb der Prüfgruppe und dem persönlichen Austausch. Zudem bietet das BAS sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten und attraktive berufliche Perspektiven für höherdotierte Dienstposten. Durch die Möglichkeit, bis zu 60 % im Homeoffice zu arbeiten, kann ich meine Arbeitszeit flexibel gestalten. Außerdem wird mir als Beamter ein sicherer Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt. 

Wie bist du auf deinen Beruf gekommen, welche Rolle spielte das berufspraktische Semester in deiner Berufswahl?

Durch die Recherche auf dem Stellenportal „interamt.de“. Dabei bin ich rein zufällig auf die Stelle gestoßen. Das berufspraktische Semester spielte dabei keine Rolle. Dieses hat mich aber darin bestärkt, nach dem Studium in der öffentlichen Verwaltung zu arbeiten.

Welche Inhalte, Methoden oder sonstigen Erfahrungen aus deinem Studium findest du für deine Tätigkeit besonders wichtig?

Bei meiner aktuellen Tätigkeit habe ich häufig mit rechtlichen Grundlagen zu tun, welche nicht Inhalt meines Studiums waren. Trotz dessen kann ich auf die erlernten Methoden aus dem Studium hinsichtlich des Umgangs mit Gesetzestexten zurückgreifen und komme so schnell zu Ergebnissen. Auch die Arbeit mit Kommentaren hat mir für meine derzeitige Tätigkeit weitergeholfen.

Mein Beruf ist etwas für jemanden, der…

sicher im persönlichen Auftreten und kommunikativ ist, sowie die Bereitschaft mitbringt, regelmäßig Dienstreisen durchzuführen.  

Hast du ein paar Beispiele für typische oder auch spannende Tätigkeitsbereiche nach dem Studium?

Als typischer Tätigkeitsbereich nach dem Studium bietet sich aus meiner Sicht bspw. eine Stelle in der Sachbearbeitung der öffentlichen Verwaltung an. Durch eine solche Tätigkeit lernt man die grundlegenden Vorgänge und Abläufe des öffentlichen Verwaltungshandelns kennen. Vor meiner Zeit beim BAS war ich beim Kommunalen Jobcenter des Vogelsbergkreises als Leistungssachbearbeiter für ALG II tätig. Für mich persönlich war dies eine wichtige Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Was würdest du den aktuellen Studierenden empfehlen?
 
Viele Studierende fragen sich nach dem Bachelor-Abschluss, ob für sie ein Master-Abschluss sinnvoll ist oder nicht und wenn ja mit welcher Spezialisierung.  Ich würde den Studierenden diesbezüglich empfehlen, nach dem Studium zunächst praktische Erfahrungen im Bereich Sozialrecht zu sammeln. Dies kann natürlich auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Entweder durch eine SV-pflichtige Vollzeittätigkeit oder durch ein weiteres Praktikum. Mir hat die Praxisphase geholfen diese Frage für mich zu beantworten. 

Was haben wir als Frage vergessen, sollte aber nicht vergessen werden?
 
Der Abschluss im Sozialrecht bildet eine solide Grundlage für das spätere Berufsleben. Auch wenn in Stellenausschreibungen fundierte Kenntnisse in Themengebieten verlangt werden, die nicht von den Studieninhalten vollständig abgedeckt sind, sollte sich niemand dadurch entmutigen lassen.

Wichtig ist vielmehr, dass man die Bereitschaft mitbringt, sich in die für den Beruf relevanten Themengebiete einzuarbeiten.

Kurzer Hinweis der Redaktion:

Im Jahr 2018, also nach dem Abschluss von Tim Zinow, wurde die Prüfungsordnung für den Studiengang Sozialrecht geändert, u.a um mehr gesundheitsrechtliche Inhalte und Kompetenzem  erwerben zu können, die für Tätigkeiten wie die von Tim Zinow relevant sind. Studierende können nun den Schwerpunkt „Gesundheitsrecht – Vertiefung“ über die Dauer von zwei Semestern wählen. Mehr dazu hier